RIPE: IPv4-Adresspool endgültig erschöpft

Heute hat die RIPE, die für Europa zuständige Vergabestelle für IP-Adressen und AS-Nummern, auf ihrer Mailing-Liste bekannt gegeben, dass der ihr zugeteilte Vorrat an IPv4-Adressen vollständig erschöpft ist.

Die RIPE nutzt diesen Adresspool, um einzelne Adressbereiche daraus den sog. LIRs (Local Internet Registries) zuzuteilen, welche diesen Adressraum dann überwiegend deren Endkunden bereitstellen. Das letzte verfügbare /22-Netz wurde am 25. November 2019 um 15:35 Uhr vergeben.

Diese Ankündigung kommt keineswegs überraschend. Bereits seit Jahren wird durch die RIPE die nun eingetretene Erschöpfung des IPv4-Adresspools vorbereitet. Bereits 2012, als das letzte der RIPE zugeteilte /8-Netz “angebrochen” wurde, traten strengere Regeln zur Weitervergabe an die LIRs in Kraft.

Der neuen Situation begegnet die RIPE mit einer Warteliste und der Wiederzuteilung nicht mehr genutzter IP-Netze. So können beispielsweise Netze von Unternehmen, die nicht mehr aktiv sind, wieder an die RIPE zurückgegeben und erneut zugeteilt werden. Auch hier gelten jedoch Einschränkungen: Ausschließlich LIRs, denen bisher kein IPv4-Adressraum zugeteilt wurden, sind berechtigt, über die Warteliste ein einzelnes /24-Subnetz zu erhalten.

In ihrer Bekanntmachung ruft die RIPE auch dazu auf, verstärkt an der Verbreitung des bereits 1998 standardisierten IPv6-Protokolls mitzuwirken, um Brückentechnologien wie CGNAT, die zunehmend zu Problemen führen, überflüssig zu machen.

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